Ausstellung Südnovation

Lebendige Innovation

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Was ist das?

Verworfene Objekte finden in den Händen afrikanischer Grazer Migranten ein neues Leben. Diese sind repariert und sorgfältig übermalt, jedes Stück wird somit zum Unikat. In den Schaufenstern sind Stühle und die Rückseiten von Möbelstücken, die diesen Künstler kunstvoll übermalt haben, präsentiert.

Was ist daran so neu?

Der Möbel als Wohnwesen

In der industriellen Möbelproduktion sind heutzutage drei wichtige Faktoren relevant: Funktionalität, Ästhetik und Einfachheit. Das Produkt wird effizient hergestellt damit es günstig bleibt, eine gewisse Obsoleszenz mag programmiert sein. Die ständige Suche nach Effizienz hat unter anderen dazu geführt, dass viele Möbel eine Pressspannplatte als Rückseite bekommen, leicht und zerbrechlich, sehr oft nicht bemalt. Die Kundschaft, die ihren Stil regelmäßig aktualisieren will, kauft weiter Möbel, die nach ein paar Jahren auf der Straße entsorgt werden. Der Zustand ist manchmal so schlecht, dass sich diese Möbel nicht mal für eine Zweitnützung eignen und landen oft direkt in den Müll.
In der Arbeit der MigrantInnen wird das Objekt ist in seiner Ganzheit angedacht wie sozusagen. Ohne von einer Form eines Animismus zu reden, gibt es einen Respekt vor den Ressourcen. Das Unikat gewinnt somit auch eine zusätzliche Wertigkeit, jenseits des Konsumrausches unserer Zeit.

#designundrespekt, #lessisless , #ObjektalsWesen, #unbekannteKompetenzen, #grazersuednovation

Kompetenzen und Begabung von diesen genialen Bastlern wurden, wie bei vielen MigtrantInnen in prekärer Lage, bis jetzt  nur von dem Baodo Verein zur Förderung von Kunst (im NIL)  erkannt. Das Potenzial von Menschen mit migrantischem Hintergrund ist allgegenwärtig!  http://nil.mur.at/
Wie denkt man ein Objekt in Afrika? Ein spannender Dokumentarfilm aus den Sechzigern auf französisch mit englischen Untertitel: http://www.youtube.com/watch?v=hzFeuiZKHcg

 

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